Unisys hält Grabrede für Itanium


Etwas schmunzeln musste ich ja gestern schon, als ich diesen Artikel bei Heise.de gelesen habe. Grinsen deswegen, weil in der Überschrift gleich zwei Namen auftauchen, an die ich unschöne Erinnerungen habe:

Zunächst mal ist da der Itanium - auch liebevoll Itanic genannt. Der Prozessor, der für den Tod der Alpha und des PA-Risc-Prozessor verantwortlich ist. Intel und HPs Plänen gemäß hätte der Itanium das 21te Jahrhundert der IT-Industrie einläuten sollten.

Von der sogenannten VLIW (Very Large Instruction Word) Architektur hatte man sich erhebliche Performancevorteile gegenüber einer Superskalaren CPU versprochen. Die Idee ist hierbei, dass nicht der Prozessor, sondern der Compiler entscheidet, welche Befehle gleichzeitig ausgeführt werden können. Nur hat dieser Ansatz nie so funktioniert, wie Intel sich das vorgestellt hat, einen Compiler, der den Optimalen Code für den Itanium erzeugt, gibt es bis heute nicht.

Darüber hinaus hat es Intel  jahrelang nicht geschafft, die eigene Roadmap für den Itanium einzuhalten. CPUs erschienen teilweise Jahre später als angekündigt, der Sprung über die GHz Grenze war langezeit nicht möglich. Die CPUs waren langsam, veraltet und stromfressend.

Der Todesstoß wurde dem Itanium jedoch von AMD, mit der Markteinführung des Opterons, versetzt. Mit der AMD-64 Architektur war ein 64 Bit-Prozessor zu einem Bruchteil des Preises eines Itaniums verfügbar, der zudem auch noch signifikant schneller war. Der eigentliche Vorteil von AMD-64 ist allerdings, dass der Prozessor nativ auch IA-32 (z.B. i386, Pentium)-Code ausführen kann. Dies kann der Itanium nämlich nur Mithilfe eines (langsamen) Emulators.

Die Firma Unisys ist andererseits auch ein nicht unumstrittener Player im IT-Feld. Natürlich erinner sich viele an die legendäre UNIVAC oder an die Erfindung von Perl (wobei sie dafür - meiner Meinung nach - eingesperrt gehörten). Zu den negativen Erinnerungen gehört jedoch das LZW-Patent, das jahrelang Anwender des GIF-Bildformates in Angst und Schrecken versetzte.

Das absolute Highlight war meiner Erinnrung nach jedoch eine Anti-UNIX, Anti-Linux Propagandakampagne, die Unisys zusammen mit Microsoft unter dem Titel “We have the way out!“, bei dem sich später herausstellte, dass es unter FreeBSD mit dem Apache Webserver lief. Na ja, war wohl nix. Das ist im übrigen auch meiner Meinung zum Itanium. Ich hoffe auf den schnellen Tod dieser Architektur.



Zurück aus der Versenkung


Lieber Leser,

zunächst einmal möchte ich mich dafür entschuldigen, so lange nichts in diesem Blog geschrieben zu haben. Der Grund dafür war, dass ich mich etwas zurückgezogen hatte, um mich intensiver meinem Studium zu widmen.

Insgesammt blicke ich auf zwei Erfolgreiche Semester zurück. Neben einer sehr gut bestandenen Vertiefungsfachprüfung im Fach “Betriebssysteme”, und zwei bestandenen Praktika habe ich etwas gemacht, was ich schon lange tun wollte: Ich war Tutor im Fach “Systemarchitektur” und habe meinen Studenten die Grundlage von Betriebssystemen beigebracht.

Insgeamt habe ich mich in der letzten Zeit viel mit den Themen Betriebssysteme, Echtzeit und Parallelentwicklung (Multicore, SMP und Cluster Computing) beschäftigt.

Dies sollen auch die prägenden Themen in der nächsten Zeit werden. Daneben möchte ich ab und an über mein anderes großes Hobby, das Thema Kochen, berichten.

Ich hoffe, dass ich in Zukunft öfter dazu kommen werde, neue Artikel zu verfassen!



Studienarbeit - HTTPS Autodiscovery


Wie heißt es so schön: Was lange währt, wird endlich gut? Ich hoffe, selbiges trifft auch auf meine Studienarbeit zu, die nach fast einem Jahr Arbeit fertig geworden ist. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man die Ergebnisse seiner Arbeit in gebundener Form in der Hand hält.

Im wesentlichen geht es in der Studienarbeit darum, wie erkannt werden kann, ob eine Webseite per HTTPS abrufbar ist. Aufgrund von Name-Based-Virtual-Hosting reicht es hierzu nicht aus, sich auf Port 443 zu verbinden, und zu hoffen, dass ein gültiges Zertifikat zurückkommt. In der Studienarbeit wurde daher ein Algorithmus entworfen, der auf Grundlage von Mustererkennungsverfahren die über HTTP abgerufene Webseite mit der über HTTPS abgerufenen vergleicht. Schwierig war hierbei vor allem, dass mittlerweile viele Webseiten dynamisch generiert werden, d.h. man kommt mit einem einfachen String-Vergleich nicht sonderlich weit. Hier kommt mein Algorithmus ins Spiel, der geschrieben wurde, um genau mit solchen Fällen umzugehen.

Studienarbeit: HTTPS Autodiscovery - Proaktive Erkennung von Sicherheitsverfahren.



Partitionstabellen unter Linux neu einlesen


Möchte man unter Linux die Partitionstabelle neu einlesen, ohne das System neu zu booten, so kann man dafür den Befehl partprobe verwenden. Dies ist z.B. sinnvoll, wenn man ein Raid Device auf einer ungenutzen Partition erstellen möchte, weil man hier den Partitionstyp auf Raid-autodetect ändern muss, weil man sonst die Fehlermeldung wie z.B. “mdadm: /dev/sda1 is too small: OK” erhält.



Randomize VA Space


Im Rahmen meines Seminars “Netzsicherheit und Hackerarbwehr” ist mir ein Sicherheitsfeature im Linux Kernel begegenet, dem bisher noch relativ wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Das Feature heißt “Randomize VA Space”. Hierbei handelt es sich um Address-Space-Layout-Randomization (kurz ASLR). Bei jedem Start eines Programms, wird der Anfag des Stacks innerhalb des Address-Space (AS) dieses Programmes  nicht mehr wie früher statisch, sondern zufällig bestimmt. Bei IA-32 und X86_64 wird vom anfänglichen Stackpointer eine zufälliger Integer zwischen 0 und 2^13-1 abgezogen. Insgesamt gibt es also 8192 verschiedene Adressen, an denen sich der Stackpointer befinden kann.

Der Code hierfür ist architekturspezifisch und findet sich für IA-32 z.B. unter /usr/src/linux/arch/i386/kernel/process.c :

unsigned long arch_align_stack(unsigned long sp)
{
    if (!(current->personality & ADDR_NO_RANDOMIZE) && randomize_va_space)
        sp -= get_random_int() % 8192;
    return sp & ~0xf;
}

Dies alleine bietet noch keinen ausreichenden Schutz gegen Exploits. Die Gründe dafür kann man in meiner Seminarausarbeitung nachlesen. Allerdings ist das schon recht lästig, insbesondere, wenn man nicht weiß, dass es so ein Feature gibt und man ewig nach dem Grund sucht, wieso der schöne Exploit, den man gerade geschrieben hat, dauenrd abstürzt. :-)

Abschalten kann man das Feature übrigens mit dem Befehl:

sysctl kernel.randomize_va_space=0


Hacking und Hackerabwehr II


So, nachdem ich nun auch den Seminarvortrag gehalten habe (mit dem ich im großen und ganzen recht zufrieden bin) möchte ich hier auch die Folien zu dem Vortrag  sowie den Quellcode der von mir vorgeführten Demo online stellen.



InnoDB Internals


Kristian Köhntopp hat einen sehr schönen Artikel über die Funktionsweise von InnoDB sowie der Bedeutung der einzelnen InnoDB spezifischen Optionen in der my.cnf geschrieben. Vielen Dank!



Egozentrische Suchmaschine


Lustiges Detail am Rande: Eben suchte ich gerade bei Google.de nach meinem eigenen Namen - und was war der erste Treffer? Der Artikel über Google, den ich vor ein paar Monaten geschrieben habe. Typisch Google, findet sich natürlich selbst als erstes. ;-)



Hacking und Hackerabwehr


Im moment mache ich ein interessantes Seminar am Institut für Telematik an der Uni-Karlsruhe. Es geht um Hacking, Hackerabwehr, etc. Die Ausarbeitung habe ich mal online gestellt. Ich hätte btw. nie gedacht, wie viele Fehler man in 15 Seiten einbauen kann. :-)

Lustiges Detail am Rande: Aufgrund von Befürchtungen der Fakultät hat dieses Seminar eine Zeit lang jedes Wochen seinen Namen gewechselt. Aus “Hacking und Hackerabwehr” wurde “Hacker und Hackerabwehr”… Im moment heisst sie “Netzsicherheit und Hackerabwehr”.



Social Networking


Nachdem ich schon seit vielen Jahren einen Account bei Xing (früher OpenBC) und seit anderthalb Jahren ein Profil bei StudiVZ habe, betreibe ich nun auch bei Facebook Seelenstriptease.

Diese “Social Networking” Portale finde ich auf viele verschiedene Arten faszinierend. Aber erstmal der Reihe nach. Am Mittwoch suchte ich aus Spaß nach ein paar Leuten, die ich im Tanzkurs kennengelenrt habe, und zwar mit genau den Suchparametern, die man in einer ganz normalen Konversation unter Studenten innerhalb von 2 Minuten in Erfahrung bringt: Vorname, Studienfach, Hochschule,. Was als Spaß begann, brachte schnell beunruhigende Tatsachen ans Licht: Die Trefferquote dieses Versuches lag bei nicht weniger als 100%.

Auf den ersten Blick ist das natürlich eine feine Sache: Man lernt jemanden kennen, möchte mit diesem in Kontakt treten, schaut schnell in’s Studiverzeichnis und drei Klicks später hat man alle notwendigen Informationen, um mit dieser Person in Kontakt zu treten.

Schaut man sich die Geschichte allerdings etwas genauer an, so wird einem schnell klar, welche Probleme dies mit sich bringt: Sobald man die oben genannten Parameter einer Person X in Erfahrung bringt, kann man mit Hilfe von StudiVZ die Liste der in Frage kommenden Personen so weit einschränken, dass das eindeutige Identifizieren dieser Person X im größten Teil der Fälle innerhalb weniger Minuten möglich ist.

Oder um das nochmal verständlicher auszudrücken: Durch die unschuldigen Fragen: “Wie heisst du? Was studierst du? Wo studierst du?” ist man heute schon in der Lage, fast jeden deutschen Studenten im StudiVZ wiederzufinden.

Machen wir uns nun einmal die Implikationen dieser Aussage auf unsere heutige Gesellschaft klar: Sobald ich ein StudiVZ Profil besitze, gebe ich bei jedem durchschnittlichen Gespräch, das ich mit irgendjemandem führe, genügend Informationen preis, um meine Identität komplett offenzulegen.

Die Frage, die sich nun natürlich stellt, ist, ob ein ungezwungener Umgang mit anderen Menschen so überhaupt noch möglich ist. Wird der eigene Vorname, das Studienfach oder der Studienort zur vertraulichen Information? Bisher war es eigentlich nicht ungewöhnlich, jemandem, den man gerade neu kennengelernt hat, zumindest seinen Vornamen mitzuteilen. Wird sich dies in Zukunft vielleicht ändern?

Bevor wir diese Frage beantworten, sollten wir uns jedoch zuerst überlegen, was Menschen dazu bewegt, ihre privaten Daten in exibizionistischer Art und Weise auf Webportalen der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen. Der erste Schritt hierzu ist die Anmeldung bei dem besagten Portal. Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund für die Anmeldung eins Users nicht der Verlangen, seine persönlichen Daten preiszugeben, sondern vielmehr der Wunsch, Informationen über andere Personen in Erfahrung zu bringen. So könnte man sich beispielsweise dafür interessieren, welcher Beschäftigung die ehemaligen Klassenkameraden heutzutage nachgehen.

Um die gewünsche Information zu erhalten, muss der neue User allerdings erst etwas tun, nämlich ein eigenes Profil anlegen. Hierzu ist die Eingabe einer Mindestmenge an Information erforderlich.

Nun hat man den User nun durch das Wecken des Bedürfnisses nach Information bereits dazu gebracht, ein Profil im Social Network anzulegen. Dadurch wächst beim neuen User auch gleich das nächste Bedürfnis, nämlich das Verlangen nach einer positiven Selbstdarstellung: Ein leeres Profil sieht nicht gut aus, und das Löschen des Profils ist natürlich auch keine Option, da man hiermit ja auch den eigenen Zugang zu dem Dienst löschen würde.

Der Erfolg des Social Networks steht und fällt mit dem Anzahl der darin enthaltenen User. Natürlich würde sich niemand bei einem Dienst anmelden, der kaum User besitzt. Wie das Bootstraping des Social Networks genau aussieht ist natürlich Geschäftsgeheimnis des Betreibers. Geld auf die ganze Geschichte zu werfen, hilft allerdings. So kann man z.B. materielle Anreize für neue User schaffen, sich anzumelden. Wenn man sich nun die Tatsache vor Augen führt, dass die finanzielle Macht hinter StudiVZ niemand geringeres als die Samwer Brüder, denen die Welt auch schon Jamba! zu verdanken hat, ist, so ist dieses Szenario sogar recht wahrscheinlich. Wenn man nun noch weiß, dass StudiVZ Anfang 2007 für fast 100 Mio Euro von Holtzbrinck Networks gekauft wurde, wird schnell klar, welchen Wert eine Datensammlung dieser Größe besitzt.

Fakt ist, dass die Trennung zwischen der “realen” Welt, und der virtuellen Welt des Internets lange nicht mehr zeitgemäß ist. Zwischen diesen beiden Welten hat längst eine Verschmelzung stattgefunden. Ereignisse des realen Lebens werden im Internet in Text-, Bild- und Tonform dokumentiert und Aktionen im Internet haben Einflus auf das reale Leben. So melden wir uns z.B. im Internet zu Klausuren an, überweisen Geld via Onlinebanking, kommunizieren mit Leuten per und E-Mail oder stellen eben auch private Informationen über uns im Internet zur Verfügung.

Nun aber zurück zu meiner eigentlichen Frage, ob denn ein ungezwungener, offener Umgang mit Leuten im realen Leben so noch möglich ist. Sicher ist, dass sich unsere Gesellschaft durch die oben beschriebene Verschmelzung starken Veränderungen unterliegt. Die Welt ist kleiner geworden, Informationen über andere Personen sind leichter den je, zu bekommen. Wie genau diese Veränderungen aussehen werden, bin ich nicht in der Lage, vorherzusagen. Sicher ist jedoch, dass die besagten Veränderungen nichtmehr rückgängig gemacht werden können, und dass wir einen völlig neuen Umgang mit unseren Informationen werden erlernen müssen.

Ich möchte damit sagen, dass man sich vollkommen fern von Social Networking Diensten halten sollte - dies würde wahrscheinlich sehr schnell dazu führen, dass man in eine Art digitale Aussenseiterrolle gedrängt wird. Warnen möchte ich jedoch davor, zu viele, zu private Informationen von sich selbst preiszugeben. Oder Informationen, die einen später diskreditieren könnten - denn eins ist sicher: Das Netz vergisst nichts.

Next Page »

I, Blog is proudly powered by WordPress and themed by Mukkamu