Intel Core 2 Quad Q8300 und Asus P5W64-WS


Neulich musste ich feststellen, dass mein toller Intel Q8300 Quad-Core Prozessor keine Virtualisierungsunterstützung hat. Blöderweise braucht Virtualbox diese aber, um 64-Bit Gäste auszuführen.

Nachschlagen in den Intel-Datenblättern hat ergeben, dass nur das erste Stepping des Q8300 kein VT-X kann. Na super, da hab ich mir wohl beim Kauf vom Händler einen Ladenhüter andrehen lassen.

Na ja, wie auch immer: Eine neue CPU musste her. Nach etwas Suchen ist die Entscheidung auf eine Q9505 gefallen, die bei Mindfactory gerade im Angebot war. Die hat den netten Beieffekt, mehr Cache zu besitzen und sogar ein bisschen schneller zu sein.

Jetzt war ich allerdings in der Situation eine CPU (nämlich die Q8300) übrig zu haben. Mit Hinblick auf das baldige Erscheinen von StarCraft 2 war eine passende Verwendung schnell gefunden: Das Ding soll in den Windows-Rechner.

In diesem Rechner ist ein Asus P5W64-WS (Btw. das wahrscheinlich beste Mainboard, das ich je besessen habe) verbaut. Da der darauf verbaute Chipsatz offiziell jedoch nur 65nm CPUs unterstützt, die Q8300 jedoch in 45nm-Lithographie gefertigt ist, hatte ich zunächst Bedenken ob das so funktioniert. Aber probieren geht ja bekanntlich über studieren. Also schnell nochmal das aktuellste Bios (1101) geflashed, und schon kann’s losgehen.

Nach etwas runmfluchen beim Versuch, den CPU Lüfter wieder aufzubringen (Welcher Idiot hat sie eigentlich die Sockel-775 Lüfterbefestigungstechnik ausgedacht? Da hätte man sich AMD mal etwas abschauen können, die wissen nämlich, wie man das richtig macht), die erste Erleichterung: Der Rechner lies sich anschalten und läuft.

Blöderweise wird die CPU jedoch nur als 2.00 GHz anstatt mit 2.5 GHz erkannt. Also von Hand einstellen. Zum Glück bringt das P5W64 die passenden Übertaktungswerkzeuge mit.

Also:

Die Q8300 hat einen fest eingestellten Multiplikator von 7.5. Bei einem Zieltakt von 2.5 GHz ergibt sich damit ein Referenztakt von 333 MHz. Man muss allerdings aufpassen, dass man nicht versehentlich den FSB mit übertaktet, da sonst evtl. der Speicher nichtmehr mitspielt. Und ach ja: Die Lüftersteuerung muss man dannach wieder auf automatisch Stellen, sonst läuft die permanent im Düsenjägermodus.

Somit läuft der Q8300 nun stabil in meinem Spielerechner, und Starcraft 2 kann nächste Woche kommen. :-)

Ach ja: Windows meldet einen Leistungsindex von 7.2 für die CPU. :-)

Nachtrag: Gerüchten im Netz zu Folge lässt sich diese Konfiguration mit maximal 3GB Ram betreiben. Da mein Windows-Rechner aber eh nur 2 GB hat, ist das für mich voerst kein Problem. Beim Aufrüsten muss dann aber ggf. ein neues Board her.



Unisys hält Grabrede für Itanium


Etwas schmunzeln musste ich ja gestern schon, als ich diesen Artikel bei Heise.de gelesen habe. Grinsen deswegen, weil in der Überschrift gleich zwei Namen auftauchen, an die ich unschöne Erinnerungen habe:

Zunächst mal ist da der Itanium – auch liebevoll Itanic genannt. Der Prozessor, der für den Tod der Alpha und des PA-Risc-Prozessor verantwortlich ist. Intel und HPs Plänen gemäß hätte der Itanium das 21te Jahrhundert der IT-Industrie einläuten sollten.

Von der sogenannten VLIW (Very Large Instruction Word) Architektur hatte man sich erhebliche Performancevorteile gegenüber einer Superskalaren CPU versprochen. Die Idee ist hierbei, dass nicht der Prozessor, sondern der Compiler entscheidet, welche Befehle gleichzeitig ausgeführt werden können. Nur hat dieser Ansatz nie so funktioniert, wie Intel sich das vorgestellt hat, einen Compiler, der den Optimalen Code für den Itanium erzeugt, gibt es bis heute nicht.

Darüber hinaus hat es Intel  jahrelang nicht geschafft, die eigene Roadmap für den Itanium einzuhalten. CPUs erschienen teilweise Jahre später als angekündigt, der Sprung über die GHz Grenze war langezeit nicht möglich. Die CPUs waren langsam, veraltet und stromfressend.

Der Todesstoß wurde dem Itanium jedoch von AMD, mit der Markteinführung des Opterons, versetzt. Mit der AMD-64 Architektur war ein 64 Bit-Prozessor zu einem Bruchteil des Preises eines Itaniums verfügbar, der zudem auch noch signifikant schneller war. Der eigentliche Vorteil von AMD-64 ist allerdings, dass der Prozessor nativ auch IA-32 (z.B. i386, Pentium)-Code ausführen kann. Dies kann der Itanium nämlich nur Mithilfe eines (langsamen) Emulators.

Die Firma Unisys ist andererseits auch ein nicht unumstrittener Player im IT-Feld. Natürlich erinner sich viele an die legendäre UNIVAC oder an die Erfindung von Perl (wobei sie dafür – meiner Meinung nach – eingesperrt gehörten). Zu den negativen Erinnerungen gehört jedoch das LZW-Patent, das jahrelang Anwender des GIF-Bildformates in Angst und Schrecken versetzte.

Das absolute Highlight war meiner Erinnrung nach jedoch eine Anti-UNIX, Anti-Linux Propagandakampagne, die Unisys zusammen mit Microsoft unter dem Titel “We have the way out!“, bei dem sich später herausstellte, dass es unter FreeBSD mit dem Apache Webserver lief. Na ja, war wohl nix. Das ist im übrigen auch meiner Meinung zum Itanium. Ich hoffe auf den schnellen Tod dieser Architektur.


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