Starcraft 2: Erste Eindrücke


Seit dem 27.07ten ist StarCraft 2 offiziell erschienen. Bisher habe ich mir nur die Kampagne angesehen, zum Multiplayer kann ich noch nichts sagen.

Zunächst einmal braucht man einen Battle.net Account und einer permanente Internetverbindung, um spielen zu können, was auch schon Anlass für viele Leute war, sich aufzuregen. Na ja, mir ist das relativ egal, so lange es ohne Probleme funktioniert.

Storytechnisch hat sich im Vergleich zu SC1 viel getan. Die Story ist deutlich besser präsentiert, und die einzelnen Charaktere haben viel mehr Tiefe. Zwischen den einzelnen Episoden befindet man sich auf der Hyperion, dem Schiff von Jim Raynor, dem etwas tragischen Helden von SC2. Das ganze hat einen leichten Hauch von Western, zumindest was die Gestaltung und die Musik angeht. Das war allerdings bei SC1 in den Zwischensequenzen auch schon so.

Zwischen den Missionen wird die Story hauptsächlich durch Interaktion der Charaktere mit Jim Raynor vertieft. Hierzu kann man sich auf den vier Bereichen des Schiffes mit den einzelnen Personen unterhalten. Das ist zwar ganz nett, hat mich allerdings in Mass Effect schon genervt, weil man im Endeffekt zwischen jeder Mission einmal durch alle Decks laufen muss, um zu schauen, ob irgendjemand etwas neue zu sagen hat. Dafür gibt es keine langen Ladezeiten auf dem Schiff, was bei Mass Effect ja schon extrem war.

SC2 ist deutlich satierischer als SC1. Dies äussert sich z.B. durch die Pro… äh Nachrichtenbeiträge im Fernsehen, aber auch durch die Nahansicht der einzelnen Einheiten im Ladebereich des Schiffes. Schmunzeln musste ich z.B. bei der Beschreibung der Feuerfresser, dass Aufgrund der giftigen Gase nur zum Tode Verurteilten zu Feuerfressern werden würden.

Die Graphik ist generell comicartig und hübsch, aber auch nicht weltbewegend. Am Anfang ist die geringe Übersichtlichkeit etwas Gewöhnungsbedürftig. Wenn man Supreme Commander gewöhnt ist, würde man gerne etwas weiter rauszoomen. Hat man sich aber mal daran gewöhnt, geht es.

Am Gameplay hat sich im Vergleich zu SC2 wenig verändert. SC2 ist immer noch ein Spiel, das stark vom Mikromanagement lebt. Es gibt allerdings eine Reihe von Neuerrungen, die die Steuerung etwas angenehmer machen. so kann man jetzt mit der Shift-Taste wie in SC Befehlsketten anlegen, z.B. mehrere Baubefehle für die WBFs. Hierbei muss man allerdings aufpassen, da einem die erforderlichen Ressourcen sofort in Rechnung gestellt werden, und nicht erst während des Baus wie in Supreme Commander.

Am Kampf gegen die AI hat sich wenig geändert: Einfach eine möglichst vielseitige Kombination von Einheiten Bilden, und dann mittels Angriffsbefehl quer durch die Karte schicken zum “Aufräumen”. Das dürfte im Multiplayer aber deutlich besser sein, was ja auch bei SC1 erstmal für einen Realitätsschock gesorgt hat.

Die Missionen sind generell unterhaltsam und Abwechslungsreich. Mal muss man Gefangene aus einem Gefängnis befreien, mal einen Zug überfallen. Die coolste Mission bisher war, dass man Mineralien auf einem Lavaplaneten sammeln musste. Erschwert wurde das ganze dadurch, dass die Mineralienfelder regelmässig durch Lava überschwemmt wurde. Hier musste man durch das Starten und Landen von Gebäuden rechtzeitig flüchten.

Zwischendurch darf man auch mal Protoss (und wahrscheinlich auch Zerg, so weit bin ich noch nicht) spielen. Allerdings waren mir diese Missionen etwas zu düster.

Am besten Gefällt mir bisher das Einheiten und Forschungssystem. Zu jeder Mission bekommt man eine neue Einheit sowie eine Hand voll Credits und Forschungspunkte als Belohnung. Mit den Punkten kann man sich Upgrades für seine bestehenden Einheiten kaufen, und durch die Reihenfolge der Missionen steuern, welche Einheiten man zur Verfügung hat. So kann man sein Arsenal immer an seinen bevorzugten Spielstil anpassen (Ich mag z.B. Goliaths, Belagerungspanzer, Sanitäter und Marines. Dafür find ich Adler doof). Einige Upgrades schliessen sich gegenseitig aus, was wohl die Wiederspielbarkeit steigern soll. Wem das nicht reicht, dem steht noch die Option zur Verfügung, Söltner zur Unterstützung anzuheuern. Hierbei handelt es sich um stärkere Varianten der eigenen Einheiten, die ohne Bauzeit direkt zur Hilfe gerufen werden können.

Die Hardwareanforderungen sind mässig. Auf meinem Quad-Core Intel mit 4 Jahre alten G-Force 9600 und 2 GB Ram lässt es sich gut spielen. Allerdings kommt es zwischendurch manchmal zu längeren Rucklern. Dies liegt vermutlich an den 2GB Ram, mit 4GB sollte das deutlich besser sein.

Alles in allem ist Starcraft 2 ein sehr gelungenes Spiel. Es finden sich alle Elemente die in Starcraft 1 schon gut wahren wieder, allerdings hat man das ganze nochmal ordentlich poliert, die Macken ausgebessert und aufgehübscht und die Story deutlich vertieft. Wer SC1 mochte, wird SC2 lieben!


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